Wie, wann und von wem wurde das Europäische Sprachenportfolio entwickelt?

Die Entwicklung von Sprachenportfolios und eines gemeinsamen Referenzsystems für die vergleichbare Einschätzung von Sprachprüfungen wurde Ende der 1980er Jahre von einer Schweizer Arbeitsgruppe angeregt und im Rahmen eines Sprachenprojekts des Europarats im Jahre 1991 anlässlich eines Symposiums in Rüschlikon, Schweiz, beschlossen.

Die Skala mit den Kompetenzbeschreibungen des GER, die einen wichtigen Bestandteil der Sprachenportfolios bildet, wurde in einem Projekt des Schweizerischen Nationalfonds im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 33 in den Jahren 1993 bis 1998 entwickelt.

Mitte der 1990er Jahre entstanden Entwürfe zu drei Fassungen für unterschiedliche Altersgruppen: für Kinder (in Frankreich), für Jugendliche (in Deutschland) und für Jugendliche und Erwachsene (in der Schweiz). Von 1997 an entstanden verschiedene weitere Fassungen von Sprachenportfolios, die sich zum Teil stark an die vorhandenen Entwürfe anlehnten. In den Jahren 1998 bis 2000 wurden in 15 Ländern und Regionen sowie im Rahmen von vier transnationalen Projekten verschiedene Fassungen von Sprachenportfolios erprobt. Seit Anfang 1998 haben auch verschiedene Seminare zur Entwicklung und Verbreitung von Sprachenportfolios stattgefunden.

Das erste Schweizer Sprachenportfolio (ESP III 16+, für Jugendliche und Erwachsene) wurde am 1. März 2001 aus Anlass des Europäischen Jahrs der Sprachen offiziell lanciert. Diese Lancierung wurde begleitet von der Verabschiedung einer Erklärung der EDK. Verschiedene Kreise aus Bildungs-, Arbeits- und Berufswelt haben diese Erklärung mit unterzeichnet. 2005 folgte das ESP II für 11- bis 15-Jährige, 2008 das ESP I für Kinder sowie das Portfolino.

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